“Diese wunderbare Welt, in der wir leben, ist eher erstaunlich als bequem, eher schön als nützlich, eher ein Gegenstand der Andacht als der Ausbeutung. Die Ordnung der Dinge sollte daher geändert werden: der siebte Tag sollte der Tag der Arbeit sein, der Tag, an dem wir unseren Lebensunterhalt im Schweiße unseres Angesichts verdienen. Die übrigen sechs Tage sollten festliche Tage der Liebe und der Seele werden - eine Zeit, in der wir durch diesen weiten Garten streifen, um uns den sanften Einflüssen und subtilen Eingebungen der Natur zu überlassen.“
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Medium: Broschiert Erschienen: 1996
Tewes Verlagsbuchhandlung Seiten: 286 Seiten
ISBN: 3980225712
Preis: 19,90 Euro inklusive Versand
Erstmalig auf deutsch erhältlich, stellt diese Ausgabe die bisher einzige Auswahl aus Thoreaus Tagebüchern dar. Ausgewählte Texte aus der ca. 7000-seitigen Orginialausgabe übersetzt und zusammengestellt von Susanne Schaup.
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Rezensionen über Henry David Thoreau
 
Deutschland-Radio Berlin, Sendung „Bücher und Medien“ am 27. Februar 1997. O-Ton:
“Es war wie ein Schatz, wie ein ungehobener Schatz. – Ich hatte vorher den Film „Der Club
der toten Dichter“ gesehen. Da gibt es Zitate von ihm, auch aus den Tagebüchern, ich war ganz umgeworfen ... Dieses Buch müssen viele Leute lesen.“


Frankfurter Allgemeine Zeitung,
„Wallfahrt zu den Preiselbeeren“, 29. April 1997. Die Rezension begrüßt zwar das Erscheinen der Tagebücher in deutscher Sprache, bleibt aber reserviert. Thoreau pendelt „zwischen Zivilisationskritik, Erlebniskult und religiöser Unbedingtheit. Das Buch bringt die Botschaft naturkonformer Ursprünglichkeit und einer
gleichsam‚ adamischen Harmonie zwischen
Mensch und Natur’. Der Mythos revitalisierenden Holzhackens verschmilzt mit feinsinniger Beobachtung.“


Leserbrief zu dieser Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 30. Mai
1997: „Die Tagebuchnotizen sind eine Art Verfassung zu einem menschlicheren Leben.“
Die Neue Zürcher Zeitung vom 2./3. Mai 1998 schreibt unter dem Titel „Sanfter Anarchist“:
„Aus zwei Millionen Worten, aus 7000 Seiten hat Susanne Schaup ein reizvolles Lesebuch und Vademecum zusammengestellt. Für Anfänger und Quereinsteiger gleichermaßen geeignet. Thoreau
ist der Verkünder des einfachen Lebens. Er ist als zivilisationsfeindlicher Pazifist, als Inbegriff buddhistischer Allverbundenheit aufgefasst worden und wird sobald nicht aufhören, Leser anzulocken mit seiner Botschaft vom Glücksversprechen der Harmonie zwischen Mensch und Natur.“


Der Rheinische Merkur schreibt am 9. Mai 1997: „Genaue Beobachtung, kontemplative Hinwendung und innerliche Unbeirrbarkeit zeichnen diese
Notate aus, persönliche Nachrichten aus einem anderen, stilleren Amerika.“


Der Süddeutsche Rundfunk brachte am 11. April 1997 eine Lesung aus den Tagebüchern. Aus der Annmoderation: „Seine Aufzeichnungen sind das Vermächtnis eines bewusst auf das Wesentliche konzentrierten Lebens.“
Die TAZ macht sich am 10. Juli 1997 lustig über Thoreau, indem sie ihn den „Philosophen der Häschenschule“ in Anspielung auf ein bekanntes Kinderbuch, einen „romantischen Urökologen“, einen „Stadtflüchtigen“, einen „verzweifelten Religionsstifter“ nennt und eine „schillernde Nähe zum Faschismus“ erkennen will. Eine Rezension,
die eine Fülle widersprechender Leserbriefe auslöste.


Die Weltwoche Zürich, Literaturbeilage Nr. 18
vom 1. Mai 1997 schreibt: „Sein Buch ‚Walden’, eines der schönsten der amerikanischen Literatur des 19. Jahrhunderts, nur dass dahinter ein noch schöneres, einfacheres, spontaneres steckt: die Tagebücher. Haikus für Naturerotiker, Anarchisten und Mystiker. Es mussten über 100 Jahre vergehen, bis eine Auswahl ins Deutsche übertragen wurde. Warten Sie nicht so lange mit dem Lesen“.


Die Zeit schreibt am 25. Juli 1997 unter dem Titel „Die Tagebücher des Henry David Thoreau – ein Dokument der Moderne: „Thoreau ist eine zentrale Figur zum Verständnis der modernen Seele. Der einsame Wanderer ist die komplimentäre Gestalt zu seinem Zeitgenossen, dem Flaneur der großen Stadt Paris. Thoreau und Baudelaire, von heute
aus gesehen sind sie blutsverwandt, beide auf ihre Art absolut modern.“
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