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Deutschland-Radio Berlin, Sendung „Bücher
und Medien“ am 27. Februar 1997. O-Ton:
“Es war wie ein Schatz, wie ein ungehobener
Schatz. – Ich hatte vorher den Film „Der Club
der toten Dichter“ gesehen. Da gibt es Zitate von
ihm, auch aus den Tagebüchern, ich war ganz
umgeworfen ... Dieses Buch müssen viele Leute lesen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung,
„Wallfahrt zu den Preiselbeeren“, 29. April 1997.
Die Rezension begrüßt zwar das Erscheinen der
Tagebücher in deutscher Sprache, bleibt aber
reserviert. Thoreau pendelt „zwischen
Zivilisationskritik, Erlebniskult und religiöser
Unbedingtheit. Das Buch bringt die Botschaft
naturkonformer Ursprünglichkeit und einer
gleichsam‚ adamischen Harmonie zwischen
Mensch und Natur’. Der Mythos revitalisierenden
Holzhackens verschmilzt mit feinsinniger Beobachtung.“
Leserbrief
zu dieser Besprechung in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 30. Mai
1997: „Die Tagebuchnotizen sind eine Art
Verfassung zu einem menschlicheren Leben.“
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Die Neue Zürcher Zeitung vom 2./3. Mai 1998
schreibt unter dem Titel „Sanfter Anarchist“:
„Aus zwei Millionen Worten, aus 7000 Seiten hat
Susanne Schaup ein reizvolles Lesebuch und
Vademecum zusammengestellt. Für Anfänger und
Quereinsteiger gleichermaßen geeignet. Thoreau
ist der Verkünder des einfachen Lebens. Er ist als
zivilisationsfeindlicher Pazifist, als Inbegriff
buddhistischer Allverbundenheit aufgefasst worden
und wird sobald nicht aufhören, Leser anzulocken
mit seiner Botschaft vom Glücksversprechen der
Harmonie zwischen Mensch und Natur.“
Der Rheinische Merkur schreibt am 9. Mai 1997:
„Genaue Beobachtung, kontemplative Hinwendung
und innerliche Unbeirrbarkeit zeichnen diese
Notate aus, persönliche Nachrichten aus einem
anderen, stilleren Amerika.“
Der Süddeutsche Rundfunk brachte am 11. April 1997 eine Lesung aus den
Tagebüchern. Aus der Annmoderation: „Seine
Aufzeichnungen sind das Vermächtnis eines bewusst
auf das Wesentliche konzentrierten Lebens.“
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Die TAZ
macht sich am 10. Juli 1997 lustig über
Thoreau, indem sie ihn den „Philosophen der
Häschenschule“ in Anspielung auf ein bekanntes
Kinderbuch, einen „romantischen Urökologen“,
einen „Stadtflüchtigen“, einen „verzweifelten
Religionsstifter“ nennt und eine „schillernde Nähe
zum Faschismus“ erkennen will. Eine Rezension,
die eine Fülle widersprechender Leserbriefe auslöste.
Die Weltwoche Zürich, Literaturbeilage Nr. 18
vom 1. Mai 1997 schreibt: „Sein Buch ‚Walden’,
eines der schönsten der amerikanischen Literatur
des 19. Jahrhunderts, nur dass dahinter ein noch
schöneres, einfacheres, spontaneres steckt: die
Tagebücher. Haikus für Naturerotiker, Anarchisten
und Mystiker. Es mussten über 100 Jahre vergehen,
bis eine Auswahl ins Deutsche übertragen wurde.
Warten Sie nicht so lange mit dem Lesen“.
Die Zeit schreibt am 25. Juli 1997 unter dem Titel
„Die Tagebücher des Henry David Thoreau – ein
Dokument der Moderne: „Thoreau ist eine zentrale
Figur zum Verständnis der modernen Seele. Der
einsame Wanderer ist die komplimentäre Gestalt
zu seinem Zeitgenossen, dem Flaneur der großen
Stadt Paris. Thoreau und Baudelaire, von heute
aus gesehen sind sie blutsverwandt, beide auf ihre
Art absolut modern.“ |
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